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Brettspiele online spielen 3: Live und (fast) ohne Limit

Zu jeder Tages- und Nachtzeit spielen, immer Mitspieler finden, egal ob Computergegner oder echte Menschen, flottes Spielen ohne lange Wartezeiten und hemmungsloses Dauerzocken – all das machen sie möglich: die Online-Brettspielplattformen. Über ihre Erfahrungen mit der BrettspielWelt hat die BRETTSPIELERIN ja bereits berichtet, aber es gibt natürlich noch mehr im großen weiten Netz: Seit 10 Jahren zum Beispiel das Projekt Gravon, insbesondere für Freunde von Stratego und Tichu. Auch Onlinebrettspiele.de sei hier erwähnt. Einfach und vor allem ohne Anmeldung kann man dort Spiele wie Kardinal&König, 6nimmt! oder Flaschenteufel gegen Computergegner spielen.

Professionell und mit ansprechender Grafik kommt die Boardgamearena daher. Die Spielauswahl ist mit Krachern wie Puerto Rico, Hawaii, Race for the Galaxy oder Troyes für Vielspieler extrem attraktiv. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass über jeden Spieler eine ausführliche Statistik geführt wird, und zwar nicht nur über die Anzahl Partien und Siege, sondern: Wie viele gute/schlechte Bewertungen hat er? Wie oft hat er „gedroppt“, d. h. ein Spiel vorzeitig abgebrochen? Wie oft hat er sein Zeitkonto zum Überlegen überzogen? Startet man ein Spiel und setzt sich an den virtuellen Tisch, so erscheinen Warnmeldungen, z. Bsp., dass der Spieler das ausgewählte Spiel zum ersten Mal spielt und deshalb eventuell nicht regelsicher ist oder mehr als 10% der User mit diesem Spieler nicht gerne spielen. Schade, dass es überall in den anonymen Nischen virtueller Welten Leute gibt, die beleidigen und ihren Frust da auslassen, wo andere einfach nur Spaß haben wollen, sonst käme wohl niemand darauf, solche Warnmeldungen herauszugeben.

Und nun zum neuen Favoriten der BRETTSPIELERIN: dem fröhlichen Pöppel von HappyMeeple. Auf den ersten Blick nichts Besonderes: da kann man Lost Cities, Finito!, LevelX und das Keltis-Kartenspiel online spielen, wahlweise gegen „Roboter“ oder Zufallsgegner, wobei die Zufallsgegern zur Zeit meistens noch diese Roboter sind. Die BRETTSPIELERIN vermutet, dass das daran liegt, dass die Seite noch recht neu ist und wohl nicht genügend echte Menschen gleichzeitig mit einem selber spielen wollen. Die Fangemeinde wächst aber täglich, zumindest wenn man nach der Anzahl der „Gefällt mir“-Drücker auf Facebook geht. Doch nun zum eigentlichen Clue und zu dem, was den Suchtfaktor dieser Seite ausmacht: Man kann eben nicht so oft „konsumieren“ wie man möchte. Die Spielzeit-Währung heisst Nahrung und nur wer genug Nahrung hat, darf spielen. Glücklicherweise bauen sich die Vorräte von selber auf – man muss nur warten (geht auch offline). Ein einfaches Finito! kostet nur fünf Nahrung, das teuerste ist das Keltis-Kartenspiel mit zwölf. Das Training mit den Robotern ist deutlich billiger. Die Standard-Lagerkapazität beträgt jedoch nur 18. Durch erfolgreiches Spiel kann man darüber hinaus Rohstoffe erwerben und sich Gebäude und Straßen bauen, die die Lagerkapazität bzw. die Nahrungsproduktion erhöhen, so dass man eben länger spielen kann. Ein Mini-Metaspiel sozusagen. Die BRETTSPIELERIN ist gespannt wie sich die Seite weiterentwickelt und inwieweit ihr die sehr enge Verzahnung mit Facebook irgendwann doch zu sehr auf die Nerven geht, aber im Moment ist HappyMeeple ihr Suchtmittel Nr.1.

Brettspiele online spielen 2: Das beschleunigte Postspiel

Die BRETTSPIELERIN hat immer die Geduld der Spieler bewundert, die in einer Ecke ihres Wohnzimmers ein Schachbrett aufgebaut hatten und brav auf Post von ihrem Fernschachpartner warteten, um endlich einen Zug machen zu können. Eines war der BRETTSPIELERIN klar, soviel Geduld würde sie nie aufbringen können. Mit der E-Mail wurde zumindest der Postweg abgekürzt, aber auch das reichte ihr nicht. Und dann fing sie an mit Yucata.de (und eigentlich nur, damit sie endlich mal Mitspieler für den Schwarzen Freitag hatte). Rundenbasiertes Online-Spielen heisst das Zauberwort und das Prinzip ist immer noch das des klassischen Postspiels, nur dass das Spielbrett platzsparend auf einem Server geparkt ist. Immer noch braucht man die Geduld, auf den Zug des Gegners zu warten, aber auch das schnelle Spiel, quasi im Live-Modus ist möglich, wenn der Gegner mitmacht. Der große Vorteil ist, dass man mal eben zwischendurch seine Züge macht. Minimum sollte allerdings ein Zug pro Tag sein, sonst zieht sich die Sache dann doch wieder wie Kaugummi.

Natürlich gibt es eine ganze Reihe Seiten, auf denen man online rundenbasiert spielen kann. Kostenlos, versteht sich. Das bereits erwähnte Yucata.de bietet eine übersichtliche Seite und mit weit über 70 Spielen ein wirklich umfangreiches Angebot. Darunter auch viele Spiele aus den letzten Jahren und Neuheiten. Ein Fakt, der für die BRETTSPIELERIN als Neuheiten-Junkie eben ein wichtiges Kriterium ist. Seltsamerweise spielt die BRETTSPIELERIN dort auch Spiele, die sie am realen Spieltisch überhaupt nicht angesprochen haben wie z. Bsp. das Im Wandel der Zeiten-Würfelspiel. Online macht das plötzlich richtig Spaß. Außerdem ist es schön, dass auf Yucata.de auch „große“ Spiele umgesetzt wurden wie z. Bsp. Firenze, Thunderstone, Wikinger und Thurn und Taxis.

Michael Schacht stellt seine Spiele auf Boardgames-Online.net zur Verfügung. Neben den Neuheiten Mondo Sapiens und Africana, kann man sich auch an Klassiker wie Hansa und Coloretto spielerisch erfreuen.

Nicht unterschlagen möchte die BRETTSPIELERIN die Seiten

SpielByWeb.com mit den Highlights Hacienda, Tikal und Wallenstein sowie

MaBiWeb.com mit u.a. Im Jahr des Drachen, Ur und Mykerinos.

Verwechslungsgefahr bei der Ähnlichkeit der Namen nicht ausgeschlossen 😉 .

Brettspielnetz.de ist eine in den Niederlanden beheimatete deutschsprachige Seite, die jedoch vorzugsweise Klassiker wie Schach, Dame und Domino anbietet, aber auch ein paar moderne Spiele für Strategen wie Igel ärgern, Rosenkönig und Ponte del Diavolo. Es gibt jedoch Beschränkungen von 50 Züge pro Tag und zeitgleich 10 Partien. Wer mehr will, kann dann einen „VIP“-Account käuflich erwerben.

Klar, irgendwie müssen die Kosten wieder hereinkommen und die Macher stecken viel Arbeit und Zeit in die Programmierung und Verwaltung ihrer Seiten. Mit ein paar Euros als freiwillige Spende kann man da ruhig einmal nett „Danke“ sagen. Schön, dass es euch gibt!

Brettspiele online spielen 1: Die BSW

Es war ein schöner Donnerstag im Juli 2003 als die BRETTSPIELERIN einen zukunftsweisenden Schritt unternahm: Sie registrierte sich in der Brettspielwelt, kurz BSW. Schon in der realen Welt hatte sie mit der Zeit endlich Menschen kennengelernt, die genau wie sie stundenlang am Spieltisch sitzen konnten. Sie war nicht mehr die einzige „Verrückte“! Und mit tausenden von Spielern in der virtuellen Welt fühlte sie sich wie im Paradies. Den ganzen Tag zocken! Wie wunderbar.

Mittlerweile gibt es in der BSW rund 50 Mehrpersonenspiele und 200 000 registrierte User, von denen meist weit über 1000 online sind. Dazu kommen noch zahlreiche Solo- bzw. Browserspielchen für zwischendurch. Eine Fülle, die fast schon erschlägt. Und das ist noch nicht alles: Es gibt ja noch das Metaspiel. Das Spiel um’s Spielen herum mit kleinen Communities, die in „Städten“ organisiert sind. Ehe sie sich versah, war die BRETTSPIELERIN einer Stadt beigetreten, zog in ein hübsches Häuschen ein und sammelte durch Spielen fleissig Rohstoffe und Rangpunkte für ihr virtuelles Spielerleben und für den Ruhm und Wohlstand ihrer Stadt. In der BSW lernte sie diverse heute alltägliche Ausdrücke wie LOL, ROFL, OMG, AFK und natürlich GRATS (Netzjargon) sowie die Mühseligkeiten des Foren-Lesens und nerviger Chat-Dialoge kennen. Die ein oder andere positive wie negative Überraschung kam bei realen Stadttreffen zu Tage: Da steht der Mensch, mit dem man online stundenlang gezockt und gequatscht hat, plötzlich vor einem, hat ein Gesicht und eine Stimme. Ein wirklich merkwürdiges Gefühl von Vertrautheit zu einem wildfremden Menschen.

Das Spielen in der BSW ist nichts für Grübler, ja, noch nicht mal etwas für normal schnelle Denker, denn die Geschwindigkeit der Spielabläufe ist oft schwindelerregend. Wer nicht in wenigen Sekunden seinen Zug macht (es wird live in Echtzeit gespielt), der erntet schnell Unmengen von „t“s: Time! Hey, du brauchst zu lange! Dazu kommt, dass man oft gegen „Profis“ antritt, eben Spieler, die das Spiel schon hunderte, wenn nicht tausende Male gespielt haben. Und Leute, die gezielt „auf Quote“ spielen, d.h., möglichst viele Siege einfahren wollen. Mit der gemütlichen und geselligen Runde am Spieltisch hat das sicher nur noch wenig zu tun. In der Geborgenheit einer BSW-Stadt läßt es sich aber mitunter angenehmer und freundschaftlicher spielen. Wer einen Hang zum Hardcore-Zocken hat, der wird sich so oder so in der BSW pudelwohl fühlen.

Heute ist die BRETTSPIELERIN zwar noch Bürgerin einer BSW-Stadt, aber nur mäßig aktiv. Andere Formen des digitalen Spielens haben bei ihr persönlich der BSW den Rang abgelaufen, auch wenn die kommunikative Komponente dabei eher in den Hintergrund getreten ist. Aber dazu demnächst an dieser Stelle mehr… .