Messe EssenTag Archives

Jahresrückblick

Der Lockdown ist zwar noch nicht vorbei, trotzdem ist es an der Zeit, mal einen Rückblick auf die vergangenen 12 Monate zu werfen und „danke“ zu sagen.

Chronologisch erst einmal meinen Dank an das Spieleseminar in Bad Holzhausen, das zufälligerweise genau bis zum letzten Tag vor dem ersten Lockdown ging. Da wussten wir ja noch nicht, was uns erwartet, aber war unglaublich gut gewesen, nochmal in vertrauter Umgebung mit guten Freunden ein paar Tage gezockt zu haben. Ich freue mich aufs nächste Mal!

Dann kam lange Zeit nichts.

Dafür boomten die Online-Spieleplattformen.

Dann kam der Sommer. An dieser Stelle ein Dankeschön, an die Freunde, die bereit waren mit uns zu Spielen – natürlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, unter persönlicher Risikoabwägung und ohne Knuddelfaktor. Normalerweise folgt bei Spieleeinladungen ein kurzer Small-Talk und dann stellt sehr bald einer die Frage, „sollen wir mal (endlich) was Spielen?“, die der gepflegten Konversation ein jähes Ende setzt. Diesen Sommer war das anders. Da wurde stundenlang erstmal ausgiebig gequatscht, schön draußen in der Sonne. Das Redebedürfnis war einfach größer als der Spieltrieb. Sowas.

Dann kam der Herbst. Und die Messe? Abgeschrieben? Ja, zuerst schon. Keine Lust auf irgendwas. SPIEL.digital? Och nö. Was für eine Fehleinschätzung! Tatsächlich hat sich der BRETTSPIELER intensiv auf Tabletopia herumgetrieben und sich allerhand Neuheiten von den sehr motivierten und zeitlich flexiblen Online-Erklärern der Verlage nahebringen lassen (u.a. die verlorenen Ruinen von Arnak) und sogar noch eine Bekannte an einem der virtuellen Tische getroffen. So klein ist die Online-Spielewelt. Die BRETTSPIELERIN hat sich davon anstecken lassen und ist ab Messe-Donnerstag mit dem allabendlichen Quiz in den Live-Chat eingestiegen. Und dann zur „Morning Show“ am frühen Nachmittag war ich wieder am Start, um mir einen Slot nach dem nächsten anzuschauen und fleißig mitzuchatten. Ganz toll das Team, das durch die SPIEL.digital geführt hat! Und das hat so gut getan, diesem schön nerdigen Brettspieltalk zuzuhören. Ganz herzlichen Dank! Am Ende ist man plötzlich Teil von „Team Knuffig“ und hat eine riesen Einkaufsliste. Das war wahres Messefeeling! 

Da es ja keine regelmäßigen Spieletreffs mehr gab bzw. gibt, fehlt das „Querspielen“ der Neuerwerbungen anderer Spieler, das -zugegeben- manchmal leicht parasitäre Züge annehmen kann, insbesondere, wenn die Zeit zur eigenen Recherche fehlt. Diesmal haben wir daher ordentlich selbst eingekauft…und das war auch zwingend notwendig, da die BRETTSPIELERIN sonst kein Material für ihren Brettspiel-Fotokalender gehabt hätte. Nach vielen Jahren des auf der SPIEL erworbenen Kalenders von Frosted Games hieß es also zurück zur Do-it-yourself-Variante (die 12 ist natürlich Dinner for one).

Daher noch ein weiterer Dank an die Autoren und Verlage, die uns mit ihren Neuerscheinungen die Zeit versüßt haben! Allen voran mit Paleo, Bonfire, Yukon Airways und Rajas of the Ganges The Dice Charmers sowie unzähligen Krimi/Exit/Undo/Escape/Adventure-Spielen. Hier nochmal der spezielle Dank an den SPIEL.digital Krimislot (habe das Leuchten in euren Augen bei Nightmare gesehen…ja, das war auch für uns ein denkwürdiger Spieleabend)!

Nicht nur der verbale Kommunikationsrückstand ist existent, sondern wie es scheint auch der schriftliche. Genug gedankt. D.h., einer geht noch: Danke, dass ihr meine Zeilen gelesen habt! Ich hoffe, es hat euch ein wenig unterhalten 🙂 .

 

Nur ein kleiner Teil der herbstlichen und weihnachtlichen Beute…der Rest kommt kleckerweise im Nachgang.

 

 

 

Messe Essen 2018 – Die Ausbeute

Zur Messenachbereitung kann die BRETTSPIELERIN einen freien Tag, einen Spaziergang an der frischen Luft und eine Thai-Entspannungsmassage empfehlen. Ansonsten gibt es natürlich noch andere Dinge am Tag danach zu erledigen, nämlich die Ausbeute hübsch anrichten und fotografieren, im Kopf kurz die gerundeten Einzelpreise zusammenrechnen und feststellen: Oh, DIESMAL haben wir aber viel gekauft! Und tatsächlich sind auf der Messe wieder echte Schnäppchen zu machen oder zumindest Spiele zu einem reellen Preis zu erwerben, aber ohne lästige Wartezeiten durch den Versand,… Continue reading »

Kleiner Leitfaden für die Messe

Schon fertig mit der Messe-Vorbereitung? Die BRETTSPIELERIN war dieses Jahr so, naja, mittelfleißig, hat diverse Video-Blogs (mit mehr oder weniger gekonnter Rhetorik…aber Respekt allen, die sich quatschend vor die Kamera stellen…ist oft auch echt amüsant) und Listen durchgeguckt. Immerhin. Ein paar Trends sind hängengeblieben. Hier ein kleiner Leitfaden für die Suche nach dem persönlichen, ultimativen Lieblingsspiel auf der Messe:

Der angeblich allerheißeste Trend: Unique. Also, einzigartig. Jedes Spiel ist dann vom Material irgendwie unterschiedlich. Für eine BRETTSPIELERIN, die noch nicht mal ertragen kann, nicht alle Ligretto-Farben zu besitzen, ist das hart; bei Fische Fluppen Frikadellen immerhin 2 von 3, naja; bitte schon mal jeweils eine Palette von den neuen Unique Games zurücklegen!? Nee, nur Spaß. Unique reizt mich null, Freunde!

Neuester Themen-Trend: Tod – Sterben – …ernsthafte Themen halt. Ist mal was anderes, auf jeden Fall. Puh, ja, der Tod gehört bekanntlich zum Leben dazu. Und das ganze Leben ist ein Spiel. Mmh, vielleicht trotzdem lieber Retro-Space-Pixel-Gedöns? Oder irgendein historischer Kontext?

Kompetitiv oder kooperativ? Oder ein Semi-Koop? Wie wärs mit komperativ oder doch lieber koopetitiv? Vielleicht hat ein Autor schon ein 60 zu 40 Koop erfunden oder ein 90 zu 10 Jeder-gegen-jeden. Überrascht mich… .

Worker Placement oder Würfel Placement, sorry, I mean, Dice Placement. Man kann eigentlich alles platzieren, oder? Aber achtet darauf, dass das, was ihr platziert, dann auch brav seine Arbeit verrichtet oder irgendeine vielsagende Action aktiviert.

Deckbuilding? Bagbuilding? Mischen oder Grabbeln – das ist hier die Frage! Immer spannend irgendwie.

Area Control? Du entdeckst eine Landkarte auf einem Spielbrett? Dann stelle diese wichtige Frage. Könnte ja auch nur Deko sein.

Apropos Deko. Graphik ist superwichtig. Häßliche Spiele will einfach keiner haben, wobei da die Geschmäcker bekanntlich verschieden sein können. Aber gerade in unserer digitalen Welt ist mittlerweile die Haptik das A und O! Wenn mir die Haptik egal wäre, könnte ich auch online spielen, oder?

Interaktion? Wie sieht es damit aus? Handelt es sich um ein Mehrpersonen-Solospiel oder um ein fieses Sabotage-Duell? Oder irgendwas dazwischen mit Handel und so… .

Wie sieht es mit der Verknüpfung zwischen klassischem Brettspiel und digitalen oder virtuellen Elementen aus? Brauch ich eine spezielle App zum Spiel, vielleicht eine VR-Brille oder muss ich einfach was googlen?

Wird das auf Kickstarter gebackt? Ähm, muss das nicht eigentlich „gebacken“ heissen?

Euro Game oder Ami Trash? Das klassische German Boardgame ist sowas von in Europa angekommen. So sei es. Aber wer sich Kloppen will, sollte die Augen nach den amerikanischen Fabrikaten auswerfen, also, bildlich gesprochen.

Mehrheiten-Spiel. Mal auf deutsch der Begriff. Braucht man einen Mechanismus, um effektiv Siegpunkte zu verteilen, dann ist der Kampf um Mehrheiten immer eine Option. Leider manchmal eine langweilige, zumindest, wenn das Mehrheiteln das zentrale Element ist.

Die BRETTSPIELERIN wird also nach einem kompetitiven Dice Placement Euro Game mit Bagbuilding-Element und nicht ganz todernstem Thema, möglichst ohne dominierende Mehrheiten-Regularien und ohne zu viel Area-Control, dafür aber mit toller Graphik und überragender Haptik (gern Holz) suchen, das natürlich für 2 bis 6 Spieler (ohne gemeine Ärger-Interaktion) gleichermaßen gut geeignet ist. Einzigartig muss es nicht sein, aber digitale Elemente in einer App wären cool. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich so ein Spiel erst mal backen müsste.