BrettspielerTag Archives

Spielertypen 3: Der Meckerer

Das Spiel, die Mitspieler, einzelne Aktionen, das Leben an sich und überhaupt bieten unzählige Möglichkeiten für den Meckerer, na ja, zu Meckern eben. Ihn zeichnet dabei eine nervenaufreibende Beharrlichkeit aus, alles zu kritisieren, was so geht. Wenn es nicht so gut läuft, ist natürlich das Spiel schuld. Das Hadern mit dem Glück gehört ebenso dazu wie das Lamentieren über eigene (falsche?) oder gegnerische Züge. Die BRETTSPIELERIN gesteht hier, ebenfalls ein Stück weit zu den Meckerern zu gehören. Auch sie quängelt gern am Spielgeschehen herum (nie jedoch am aktuellen Wetter wie es viele „normale“ Menschen tun).

Sie möchte an dieser Stelle zwei Definitionen des Meckerns einführen:

1. das ernsthafte Meckern,

2. das nicht-ernsthafte Meckern.

Das ernsthafte Meckern erfolgt meist von humorlosen Mitspielern, die ihre Meckerei und das Spielgeschehen an sich tatsächlich todernst nehmen. Dabei spielt oft ein realer Frust mit. Die BRETTSPIELERIN gehört natürlich zu der zweiten Gruppe. Irgendwie hat sie Spaß am Meckern und Kritisieren, ihre Freunde und Mitspieler können das sicher bestätigen. Es ist ihre Art, das Spiel zu „leben“. Sich mit den verschiedenen auftretenden Problemen und den eigenen Spielentscheidungen auseinander zu setzen, das ist ihr Vergnügen. Nur irgendwie wird das immer als Meckerei wahrgenommen ;-). Sowas. Die BRETTSPIELERIN wirbt daher um Toleranz für die nicht-ernsthaften Meckerer. Sie meinen es nicht so!

Zu beachten: dieser Spielertyp ist nicht zu verwechseln mit dem Jammerer (Erläuterung folgt)!

Der Pärcheneffekt

Beim Spielen kommt es ja bekanntermaßen auch zu Konkurrenzsituationen, bei denen man einem Mitspieler ordentlich eins überbraten muss. In der Regel wird gegen den Führenden gespielt oder den Spieler, der einem selbst am „gefährlichsten“ werden könnte. Normal. Nun gibt es aber noch den Pärcheneffekt. Hierbei haben die beiden Partner anscheinend einen Nicht-Angriffs-Pakt beschlossen. Wenn es die Situation dann doch mal erfordert, dann streichelt er über ihre Hand (oder umgekehrt natürlich) und setzt diesen beschwichtigenden Ton auf, den man auch verwendet, um kleine Kinder oder Haustiere zu beruhigen: „Du, Schatz, ist das okay, wenn ich dir da etwas wegnehme? “ –Dackelblick. Augenaufschlag. Augenaufschlag.- „Ist doch nicht so schlimm, oder? “ – Immer noch Dackelblick. Nochmal Augenaufschlag.- „Ich mach es beim nächsten Zug wieder gut.“ Verliebtes Lächeln. Augenaufschlag. — Pfffffff. Da braucht die BRETTSPIELERIN drei Gedankenstriche, um das zu verarbeiten. Sicher sitzt sie auch öfters mit ihrem BRETTSPIELER an einem Spieltisch, aber dann ist es irgendwie genau umgekehrt. Es fällt ihr viel leichter, gemein zu ihm zu sein als zu anderen. Schließlich weiss sie ja, dass er sie trotzdem liebt 😉 .