SpielDoch! in Duisburg 2019

Nachdem die BRETTSPIELERIN dieses neue Event letztes Jahr zugunsten der Ratinger Spieletage ausgelassen hatte, war sie dieses Wochenende in Duisburg zu finden und -um es vorweg zu nehmen – sehr angetan von dem neuen Termin im Spiele-Veranstaltungskalender. Gut besucht, aber nicht zu voll. Ein ordentliches und ausgewogenes Programm an Ausstellern, Händlern und freier Ausleihe mit Erklärer, dabei mit 4 Euro für die Tageskarte auch top Preis-Leistungs-Verhältnis (Parken ist umsonst). Das ganze spielt sich in einer großen Halle ab, daher übersichtlich und kompakt, fast familiär. Auch als „Einzelkämpferin“ kein Problem, Anschluss zu finden. Und für Auswärtige ist der Landschaftspark drumherum ja eventuell auch noch ganz reizvoll. Einmal den Hochofen heraufsteigen, Aussicht genießen und so. Sollten sich die Besucherzahlen in den nächsten Jahren noch erhöhen, wovon auszugehen ist, insbesondere, wenn man die viele positive Berichterstattung verfolgt (inklusive dieses Beitrags), dann werden aber zumindest am Samstag die Parkplätze knapp werden. Nun war der Samstag ja auch ein Tag mit super Wetter und es soll ja auch Leute geben, die da einfach wegen des Parks hinfahren.

Das Catering war auch übersichtlich: Imbissstand, Dönerbude, Bonbonsstand, Crepes/Waffeln, Kaffeewagen. Draußen gibt es noch das parkeigene Cafe, was bei dem schönen Wetter mit Tischen und Stühlen an Frischluft und Sonnenschein einlud. In der Halle waren der Döner bzw. die Lahmacun echt lecker und preiswert (4 bzw. 5 Euro). Nix zu Meckern. Sehr, sehr kleine Pommes für 3 Euro…das hat dem Kleinkind-BRETTSPIELER nur gereicht, weil der kurz vorher ein Brötchen verdrückt hatte. Besonders hervorragend war übrigens der Barista-Kaffeewagen. Toll, wenn das nötige Koffein so geschmackvoll daherkommt.

Die absolut nicht repräsentative Umfrage bzw. die Auslegung der Dialekte der verschiedenen Mitspieler der BRETTSPIELERIN ergab folgendes Bild: Niederlande, Niedersachsen, Raum Aachen, Schleswig-Holstein und natürlich ganz viel Ruhrgebiet (datt is doch klaar, nä?).

Aber über irgendwas wollte die BRETTSPIELERIN doch noch berichten…was war das noch gleich? Ach ja, Spiele gab es da auch auf der SpielDoch!

Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Größte geplatzte Hypeblase: Flügelschlag. Natürlich sind die Vögel hübsch gezeichnet und die vielen bunten Eierchen (ist ja bald Ostern) und die praktische Plastik-Kartenbox und der putzige Vogelhäuschen-Würfelturm erst. Natürlich spielt es sich auch gar nicht übel, aber die große Begeisterung ist dann doch ausgeblieben. Irgendwie nichts allzu Neues. Und ein Tableau, was nicht plan auf dem Tisch liegt, regt eine BRETTSPIELERIN immer auf. Aber es gab Vorab-Exemplare zu kaufen und die waren halt ratz-fatz weg. Die offizielle Erstauflage kommt dann erst im Sommer. Fraglich ist auch, wieso auf jeder Karte eine Weltkarte abgedruckt ist, wo die Vögelchen alle vom amerikanischen Kontinent kommen. Klar, der ein oder andere Piepmatz ist auch in Europa zu finden, aber die Info ist einfach irrelevant.
  • Größte Überraschung: Bastille. Ein Muster an Übersichtlichkeit. Einfaches und doch kniffliges Worker-Placement. Auch keine neuen Elemente, aber diesmal spannend aufbereitet. Und am Ende kam dann tatsächlich der große Aha-Effekt, zumindest in unserer Runde.
  • Neueste „Tetris“-Variante: Copenhagen. Stimmiges, kurzes Familienspiel. Karten einer Farbe sammeln, gegen unterschiedlich geformte Bauteile eintauschen, Bauteile optimal einbauen, bisschen Sonderaktionen. Alles gut. Wichtig: Kartenstapel guuuuut mischen.
  • Größte Innovation: Hadara. Der Autor Benjamin Schwer ist spätestens mit Crown of Emara der Sprung aus dem Kinderspielsektor gelungen und der Mann hat anscheinend noch weiteres Potential. Ob man Hadara mag oder nicht, ob man es gut findet, überwiegend gleichzeitig (oder eher nebeneinander her?) zu spielen oder es für zu beliebig hält. Fakt ist, es erzeugt ein eigenes Spielgefühl, bei dem man bei unserer Testpartie nie so ganz wusste, wo und wie gut man wirklich steht. Wäre schon interessant zu wissen, wie sich eine zweite Partie gestalten würde.
  • Und schon wieder Deduktion: Nicht direkt auf der SpielDoch!, sondern am Abend zu Hause wurde „Sherlock“ (das kleine Kartenspiel von Abacus) getestet. Man soll ja nicht meinen, dass den Autoren immer wieder eine neue Variante zum Thema einfällt, aber hier trifft es zu. Man wird mit einem ganzen Kartenstapel an Infos versorgt, muss aber nun entscheiden, was für die Gruppe (kooperativ) relevant ist und was auf den Info-Müllstapel muss. Viel Spaß für wenige Euros, einmal spielbar, aber wird nicht zerstört, so dass man da seinen spielenden Mitmenschen mitunter noch eine Freude bereiten kann. Warum immer der arme „Sherlock“ herhalten muss für jegliches Deduktionsspiel, was nach Aufmerksamkeit sucht, naja. Mit dem bekannten Namensgeber hat das mal wieder nicht im geringsten etwas zu tun!
  • Piratigstes (belanglosestes?) Kinderspiel: Stratego Pirates. Klar, ein großes Plastikpiratenschiff mit Kanone zum Schießen ist immer cool. Da tritt das eigentliche Spiel einfach in den Hintergrund. Gibt dann vielleicht eher ein „richtiges“ Brettspiel und ein richtiges Piratenschiff von einer etablierten Spielwarenmarke für den kleinen BRETTSPIELER, der ohnehin die ganze Zeit nur mit der Kanone die Piraten abschießen wollte und deshalb die halbe Zeit auf dem Boden nach der pfeilartigen Kugel gesucht hat. Man schießt die Piraten aber natürlich nicht direkt ab, sondern zielt auf ein Loch im Segel oder auf einen Totenkopf mit Katapultmechanismus, der den Piraten dann von Bord befördert.

Zusammengefasst ist die SpielDoch! eine runde Sache mit dem angenehmem Flair einer „Mini“-Spielemesse. Bleibt abzuwarten, wie sich die Veranstaltung in den nächsten Jahren entwickelt und ob die Location dann doch mal aus den Nähten platzen wird.

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