Messe Essen 2018 – Die Ausbeute

Zur Messenachbereitung kann die BRETTSPIELERIN einen freien Tag, einen Spaziergang an der frischen Luft und eine Thai-Entspannungsmassage empfehlen. Ansonsten gibt es natürlich noch andere Dinge am Tag danach zu erledigen, nämlich die Ausbeute hübsch anrichten und fotografieren, im Kopf kurz die gerundeten Einzelpreise zusammenrechnen und feststellen: Oh, DIESMAL haben wir aber viel gekauft! Und tatsächlich sind auf der Messe wieder echte Schnäppchen zu machen oder zumindest Spiele zu einem reellen Preis zu erwerben, aber ohne lästige Wartezeiten durch den Versand, also Brettspiel-to-go sozusagen. Da macht es doch wieder Freude zu Stöbern und die besten Spiele zu jagen!

Beute von vorn…

 

Gut, was ist also im Einkaufstäschchen der BRETTSPIELERIN zu finden? Zunächst mal Crown of Emara. Schönes Material, Lohausen-Grafik und einleuchtende Symbolik. Wenig Regeln und an sich kurzer Einzelzug laden zum lockeren Spielchen ein, aber das täuscht, denn es handelt sich um einen knallharten Optimierer mit ein bisschen Aufbau. So ist es ratsam, die drei Züge einer Runde im Vorhinein zu planen, quasi zu programmieren, und da die Aktionen verzahnt und die Möglichkeiten zahlreich sind, ist das gar nicht so einfach. Also Achtung: Nicht mit Grüblern spielen! Aber auch Grübler müssen nicht traurig sein, man kann es prima als Soloversion spielen.

City of Rome ist sicher eine der Überraschungen der Fairplay-Liste und stand schon Freitag hier im Regal. Auch City of Rome besticht durch einfache Regeln und kurze Spieldauer und verfügt über tolles Material. Zu zweit kann das Spiel allerdings leicht einseitig werden.

Coimbra ist auch hochwertig, hübsch mit Würfelhalter zum Markieren der Spielerfarbe, macht auch durchaus Spaß, nur muss man ständig irgendwelche Leistenwerte anpassen. Bisschen viel Verwaltung. Vielleicht cool als Online-Version!?

Das Kartenspiel Belratti (auch Top in der Fairplay-Liste, Gewinner Hippodice-Autorenwettbewerb) war ein Blindkauf, aber bei einem Preis von 10 Euro und minimalem Platzbedarf sicher mit überschaubarem Risiko.

Black out Hong Kong. Nun, der neue Pfister musste natürlich bei Eggert getestet werden. Danke an dieser Stelle an das nette Pärchen, das mitgespielt hatte. Die Begeisterung insbesondere des jungen Mannes war so ansteckend, dass ich sowohl ihm, als auch mir selbst erlaubt hatte, das Spiel noch am Sonntag zu erwerben. Die Freundin/Frau hat dann schließlich auch noch zugestimmt. Black Out ist wahrscheinlich kein so großer Wurf wie Great Western Trail, aber die Neugier, das Spiel zu entdecken, die Mechanismen zu beherrschen, die ist riesengroß.

Ja, ansonsten das übliche: Viele Escape-Exit-Deduktions-Spiele sind in der Einkaufstüte gelandet und wollen dringend gelöst werden.

…und die ebenfalls sehenswerten Rückseiten!

 

Das kooperative Adventure Island von Pegasus, eine Art „Robinson-Crusoe“-Light, hat es übrigens nicht ins Heim der BRETTSPIELERIN geschafft. Zu kleine Texte und winzige Symbolik (gerade wenn man über Kopf lesen muss) stören einfach die Atmosphäre.

Und der KLEINKIND-BRETTSPIELER? Der spielt begeistert Habas Funkelschatz. Es geht darum abzuschätzen, von welcher Farbe wohl die meisten Funkelsteine herunterfallen, wenn man den obersten „Eis“-Ring mit feurigem Drachenatem „abschmelzt“. Und dann muss die funkelnde Beute am Ende ja noch gezählt werden. Das kann zu zweit auch mal bis zur Zahl 30 gehen. Toll, dass der Kleine das schon schafft.

Messe-Fazit: Hohes Niveau, kein absoluter Überflieger dabei (bisher), sehr nette Mitspieler (gerade als „Einzelkämpferin“ wichtig), tolle Atmosphäre, annehmbare Preise und mal wieder viel zu schnell vorbei.

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