Bei der Auflösung einer Spielesammlung fiel der BRETTSPIELERIN Atlantis von Schmidt in die Hände, eine Erinnerung an die Jugendzeit. Die englische Erstauflage unter dem Titel Survive: Escape from Atlantis! ist aus dem Jahre 1982. Wahrlich ein Klassiker. Die der BRETTSPIELERIN vorliegende Ausgabe verfügt sowohl über einen Barcode (hoho!) und einen “Grünen Punkt” (hohoho!). Das Duale System Deutschland wurde übrigens 1990 eingeführt. Es scheint sich also um die neuere Auflage mit überarbeitetem Material und Grafik zu handeln. Witzigerweise ist mit Survive! The Giant Squid im Jahre 2011 eine Erweiterung der englischen Neuauflage erschienen. Brandaktuell sozusagen. Ziel von Atlantis ist es, seine Figürchen von der gleichnamigen Insel zu retten ohne von Seeungeheuern und Haien gefressen zu werden. Wie uns Platon lehrt, geht die Insel unter, es ist also Eile geboten! Besonders nett ist der “3D-Effekt” durch die Plastik-Inselelemente und Meerestiere und –man glaubt es kaum- eine echt amüsant und gut strukturiert geschriebene, fast modern anmutende Spielregel.
Wieso erzählt die BRETTSPIELERIN Euch das alles? Es geht darum, dass das Prinzip, seine Figuren vor einer Gefahr, z. Bsp. einer untergehenden Insel zu retten, quasi uralt und, wie nachfolgende Spiele zeigen, immer noch erfolgreich ist. Der Untergang von Pompeji kommt ebenfalls mit einem historischen Thema daher. Hier bringt man seine Bürger vor dem ausbrechenden Vulkan in Sicherheit. Traurige Aktualität besitzt hingegen das Spiel Meltdown 2020 von Cwali (2011). Rette sich, wer kann vor dem atomaren Supergau!
Dieses Spielprinzip lebt von der Spannung. Schaffe ich es noch, meine Männchen in Sicherheit zu bringen bevor ich überschwemmt, gefressen, verbrannt oder verstrahlt werde? Klar, Glück und Zufallselemente dürfen da nicht fehlen. Schließlich weiss man ja bei einem Vulkan auch nicht vorher, wo die Lava hinfließt (obwohl…heute wissen die Fachleute das wahrscheinlich) oder zumindest nicht genau, wann und wo die Lava austritt. Aber auch die Taktik kommt nicht zu kurz. Wie organisiere ich meinen Rückzug am besten? Wer geht zuerst und vor allem wie und woher? Also, eine Mischung aus Glück und Taktik gepaart mit Laufspielelementen. Ein immer wieder spannendes Konzept, egal vor welcher Katastrophe man nun fliehen muss.



Das Fluchtthema wurde auch bei Friedemann Frieses “Finstere Flure” benutzt. Wobei hier die Gefahr (das Monster) sich nach festen Regeln verhält. Der Zufall kommt hier nur durch die Zugweite des Monsters. Und natürlich durch die blöden Mitspieler, die einem alle Pläne versauen.
Stimmt, bei den finsteren Fluren ist man auch auf der Flucht. Man hat nur nicht diese ständig fortschreitende Ausbreitung der Gefahr. Das Monster rennt ja konstant durch die Gänge. Mich erinnert das immer an eine Art Brettspielumsetzung von PacMan
. Gestern habe ich Flash Point – Fire Rescue gespielt. Die Spieler sind eine Feuerwehrtruppe und müssen die Bewohner eines brennenden Hauses retten -kooperativ natürlich. Das besondere: Wie bei einem echten Feuer breiten sich die Flammen rasend aus, wenn man nichts dagegen unternimmt. Feuer entzündet Rauch in einer Kettenreaktion und zu starke Brandherde explodieren, was die Ausbreitung des Feuers vorantreibt. Bevor wir die sieben Bewohner gerettet haben, ist blöderweise das Haus eingestürzt… .